Die häufigsten Fehler bei der Tabletteneinnahme

Wer ein Medikament verordnet bekommt, muss dieses in der Regel nach einem bestimmten Schema einnehmen, da es sonst nicht richtig wirken kann. Doch für viele fängt da das Problem an: Manche Tabletten erscheinen einfach zu groß, um sie schlucken zu können, haben einen bitteren Geschmack oder erwecken den Eindruck, im Hals stecken bleiben zu können. Patienten mit Problemen beim Tablettenschlucken behelfen sich dann gerne mit zweifelhaften Methoden:

Die Tabletten werden geteilt oder gemörsert

Die Tabletten werden im Essen versteckt oder in Wasser aufgelöst

Kapseln werden geöffnet und der Inhalt in Essen oder Trinken gemischt

Die Medikamente werden gar nicht genommen

Warum kann ich Tabletten nicht teilen oder zerkleinern?

Auch wenn ein Teilen oder Zerkleinern von Tabletten bei einigen Medikamenten kein Problem darstellt, kann es bei anderen sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit beeinträchtigen.

Manche Wirkstoffe werden durch die Magensäure zerstört und werden deshalb in Tabletten mit magensaftresistentem Überzug verabreicht. Durch das Teilen wird der schützende Effekt aufgehoben, das Medikament wirkt nicht. Andersherum kann der magensaftresistente Überzug auch den Magen vor einem Wirkstoff schützen, der die Magenschleimhaut angreifen würde. Das Teilen solcher Medikamente sollte daher unterlassen werden.

Auch wenn die Tablette eine Bruchkerbe aufweist, ist das nicht unbedingt eine Garantie dafür, dass sie geteilt werden kann. In einigen Fällen handelt es sich lediglich um Schmuckkerben. Teilen Sie daher Tabletten nur, wenn es im Beipackzettel steht und beispielsweise auch eine halbe Tablette in der Dosierung angegeben ist, oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Warum kann ich Tabletten nicht ins Essen mischen?

Beispielsweise ist die Einnahme von Gyrasehemmern oder Tetrazyklinen (zählen zu den Antibiotika) zusammen mit milchhaltigen bzw. kalziumhaltigen Lebensmitteln eingeschränkt. Der hohe Kalziumgehalt von Milch, Joghurt & Co. verbindet sich mit den Inhaltsstoffen des Präparats. Diese schwerlösliche Verbindung kann nicht bzw. nur schwer vom Blut aufgenommen werden und wird daher ausgeschieden. Das Medikament kann gar nicht oder nur eingeschränkt wirken. Nehmen Sie daher am besten jedes Medikament mit einem Glas stillen Wassers ein. Auch Kaffee, grüner Tee, Cola und Säfte können zur Abschwächung oder Verstärkung einiger Wirkstoffe führen.

Warum gibt es keine andere Darreichungsform der Tablette, die ich einnehmen muss?

Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie die Tabletten nicht schlucken können. In vielen Fällen findet er eine Alternative, z.B. als Saft oder mit einer kleineren Tablettenform. Leider ist es nicht möglich, alle Medikamente schluckfreundlich zu entwickeln, denn die Zusammensetzung und das Wirkungsziel der Tablette ist entscheidend. Zudem verarbeitet unser Magen Flüssigkeiten anders als Feststoffe und verändert, verkürzt oder verlängert den Wirkeinsatz von der Einnahme der Tablette bis zur Freisetzung des Inhaltsstoffes.

Gibt es keine alternative Darreichungsform, dann hilft MEDCOAT® Schluckhilfe aus der Apotheke.

Einnahme-Schemata von Tabletten erklärt:

Was ist gemeint, wenn in der Packungsbeilage steht "vor dem Essen"? Wir erklären die gebräuchlichsten Begriffe:

Um die Medikamenteneinnahme möglichst nicht zu vergessen bietet es sich an, diese mit den regulären Mahlzeiten zu verbinden. Einige Medikamente, wie beispielsweise Hormonpräparate, starke Schmerzmittel oder Antibiotika sollten im besten Fall immer zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, um einen gleichmäßigen Wirkstoffspiegel im Blut zu erreichen.